Kraken fordert Krypto-Steuerreformen nach Ausstellung von 56 Millionen Formularen im Jahr 2025
Iris Coleman 23.04.2026 03:43
Kraken fordert US-Krypto-Steuerreformen, darunter eine De-minimis-Freistellung und Änderungen der Regeln für Staking-Einkommen, nachdem im Jahr 2025 56 Millionen Steuerformulare ausgestellt wurden.
Kraken, eine der größten Kryptowährungsbörsen in den Vereinigten Staaten, hat nach der Ausstellung von beeindruckenden 56 Millionen Steuerformularen für das Steuerjahr 2025 bedeutende Steuerreformen gefordert. In einem Blogbeitrag vom 22. April sprach sich das Unternehmen für eine De-minimis-Freistellung bei kleinen Krypto-Transaktionen und Änderungen bei der Behandlung von Staking-Einkommen aus und argumentierte, dass diese Maßnahmen den bürokratischen Aufwand reduzieren und die Compliance-Last für Millionen von Steuerzahlern erleichtern würden.
Die Börse enthüllte, dass fast 18,5 Millionen der ausgestellten Steuerformulare mit Transaktionen verbunden waren, die weniger als 1 US-Dollar wert waren, und 75 % aller Formulare Beträge unter 50 US-Dollar auswiesen. Kraken bezeichnete die aktuellen Meldepflichten als „Millionen unnötiger Formulare", die durch geringfügige Transaktionen entstehen. Nach den aktuellen IRS-Regeln muss jedes steuerpflichtige Ereignis – egal wie klein – gemeldet werden, was sowohl für Börsen als auch für Nutzer einen administrativen Aufwand bedeutet.
Krakens zentralste Empfehlung ist eine De-minimis-Freistellung, die kleine, routinemäßige Krypto-Transaktionen von der Kapitalgewinnmeldepflicht ausschließen würde. Solche Freistellungen sind nicht beispiellos; so sind beispielsweise Devisentransaktionen unter 200 US-Dollar bereits nach US-Steuerrecht von ähnlichen Meldepflichten befreit. Die Börse schlug außerdem vor, die Besteuerung des sogenannten „Phantomeinkommens" aus Staking-Belohnungen zu beenden, die Steuerzahler dazu verpflichtet, Steuern auf Kryptowährungs-Belohnungen zu melden und zu zahlen, die sie noch nicht verkauft oder umgetauscht haben.
„Es geht nicht darum, Krypto-Unternehmen zu helfen", betonte Kraken in seiner Stellungnahme. „Es geht darum, das Leben von 55 Millionen Amerikanern zu vereinfachen, die ein Steuersystem nutzen, das entworfen wurde, bevor digitale Vermögenswerte existierten."
Staking-Einkommen: Ein umstrittenes Thema
Staking-Belohnungen sind in der US-Steuerpolitik ein regulatorischer Graubereich. Gemäß den IRS-Richtlinien ist Staking-Einkommen zu dem Zeitpunkt steuerpflichtig, zu dem ein Nutzer „Herrschaft und Kontrolle" über die Belohnungen erlangt, d. h. wenn er die Vermögenswerte frei nutzen oder übertragen kann. Steuerzahler sind verpflichtet, den fairen Marktwert der Belohnungen als Einkommen zu melden, und jeder zukünftige Verkauf oder Transfer löst Kapitalertragssteuern aus. Dieser Doppelbesteuerungsrahmen wurde dafür kritisiert, übermäßig belastend und nicht im Einklang mit der Natur des Stakings zu sein.
Der IRS klärte seinen Standpunkt zum Staking-Einkommen im Revenue Ruling 2023-14 und bestätigte, dass Belohnungen bei Erhalt als gewöhnliches Einkommen steuerpflichtig sind. Krakens Reformdruck könnte bei Steuerzahlern Anklang finden, die von den Komplexitäten und finanziellen Auswirkungen dieser Regeln frustriert sind, insbesondere da Staking immer beliebter wird.
Gesetzgebungsvorschläge bieten begrenzte Entlastung
Während einige Gesetzgeber die Idee einer De-minimis-Freistellung für Krypto-Transaktionen ins Spiel gebracht haben, waren die jüngsten Gesetzesentwürfe in ihrem Umfang begrenzt. Der jüngste Vorschlag im Kongress schlägt beispielsweise vor, nur Stablecoin-Transaktionen unter 200 US-Dollar von den IRS-Meldepflichten zu befreien – und lässt Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen völlig außen vor.
Steuerliche Compliance-Kosten sind ebenfalls ein wachsendes Problem. Ein Bericht der Tax Foundation vom März 2026 schätzte, dass US-Steuerzahler jährlich 146 Milliarden US-Dollar für die Steuervorbereitung ausgeben, einschließlich Zeit und Auslagen. Unterdessen hat die Entscheidung des IRS, sein kostenloses Direct-File-Programm Ende 2025 zu beenden, die finanzielle Belastung nur noch verstärkt.
Krakens IPO-Pläne stehen noch aus
Neben der Steuerreform hat Krakens Führung signalisiert, dass das Unternehmen noch einen Börsengang (IPO) in Betracht zieht. Nachdem Kraken im November 2025 vertraulich bei der SEC eingereicht hatte, deutete Kraken-Co-CEO Arjun Sethi kürzlich an, dass die Börse trotz schwieriger Marktbedingungen bald an die Börse gehen könnte.
Der Druck für Steuerreformen, kombiniert mit einem bevorstehenden IPO, unterstreicht Krakens umfassendere Strategie, sich als führendes Unternehmen sowohl in der Krypto-Innovation als auch im regulatorischen Dialog zu positionieren. Da US-Gesetzgeber und Regulierungsbehörden weiterhin mit den Komplexitäten digitaler Vermögenswerte zu kämpfen haben, könnten Krakens Vorschläge beeinflussen, wie die Branche und ihre Nutzer in den kommenden Jahren besteuert werden.
Vorerst richten sich alle Augen auf den Kongress, um zu sehen, ob diese Reformen Fahrt aufnehmen – und ob die Krypto-Branche endlich Erleichterung von ihren lästigen Steuerpflichten erfahren kann.
Bildquelle: Shutterstock- Krypto-Steuern
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