China verschärft Vorgehen gegen Krypto-Werbung mit neuen Regeln
Luisa Crawford 24. Apr. 2026 13:43
Chinas neue Regeln zielen auf Krypto-Influencer und Online-Marketing von Finanzprodukten ab und bekräftigen das Handelsverbot für Kryptowährungen sowie deren Ausgabe.
China hat strenge neue Vorschriften eingeführt, die auf das Online-Marketing von Finanzprodukten abzielen, mit einem besonderen Fokus auf das Verbot von Werbung im Zusammenhang mit der Ausgabe und dem Handel von Kryptowährungen. Die Maßnahmen, die am 21. April abgeschlossen wurden und am 30. September in Kraft treten sollen, bekräftigen das seit Langem bestehende Verbot von Krypto-Aktivitäten im Land.
Im Rahmen der „Verwaltungsmaßnahmen für das Online-Marketing von Finanzprodukten" (Bekanntmachung Nr. 9) dürfen nur lizenzierte Finanzinstitute oder autorisierte Drittanbieterplattformen Online-Marketing für Finanzprodukte betreiben. Die Regeln klassifizieren die Ausgabe und den Handel mit digitalen Währungen – neben illegalem Devisenmargenhandel – ausdrücklich als rechtswidrige Finanztätigkeiten. Dies baut auf der Erklärung der Volksbank von China aus dem Jahr 2021 auf, dass alle Kryptowährungstransaktionen illegal sind.
Die Maßnahmen sollen täuschende oder aggressive Werbetaktiken eindämmen, darunter Livestream-Verkäufe und virale Kampagnen, die häufig zur Vermarktung von Hochrisiko-Finanzprodukten eingesetzt werden. Die Aufsichtsbehörden haben gewarnt, dass Content-Ersteller, Plattformen und Vermittler, die solche Werbemaßnahmen ermöglichen, mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.
Chinas regulatorischer Vorstoß spiegelt seine umfassenderen Bemühungen wider, die Kontrolle über sein Finanzsystem zu verschärfen. Das Land hatte bereits inländische Krypto-Handelsplattformen, Mining-Betriebe und Finanzinstitute verboten, kryptobezogene Dienstleistungen anzubieten. Durch die Ausrichtung auf digitales Marketing schließen die Behörden eine Lücke, die es Krypto-Werbung ermöglichte, trotz des bestehenden Verbots fortzubestehen.
Globaler Trend: Aufsichtsbehörden nehmen Finfluencer ins Visier
Chinas Maßnahmen spiegeln einen wachsenden globalen Fokus auf Finanz-Influencer, sogenannte „Finfluencer", wider. Italiens Wertpapieraufsichtsbehörde CONSOB hat kürzlich die Leitlinien der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde bekräftigt und Influencer daran erinnert, dass EU-Investitionsregeln auch für Krypto-Werbung gelten. Ähnlich warnte Australiens ASIC vor den Risiken durch Social-Media-Persönlichkeiten und KI-gestützte Anlageberatung, wobei Umfragedaten zeigen, dass 23 % der Gen-Z-Investoren Kryptowährungen halten, viele davon beeinflusst durch Online-Inhalte.
Im Vereinigten Königreich leitete die Financial Conduct Authority (FCA) letzte Woche eine koordinierte globale Initiative gegen illegale Finanzwerbung. Die Initiative umfasste Aufsichtsbehörden aus 17 Rechtsgebieten und führte zu Strafverfolgungsmaßnahmen, Dutzenden von Warnmeldungen und über 100 Takedown-Anfragen für illegale Inhalte auf Social-Media-Plattformen.
Für China sind die neuesten Regeln ein klares Signal, dass es beabsichtigt, keinen Raum für Krypto-Aktivitäten zu lassen, nicht einmal im digitalen Marketingbereich. Mit dem Ablauf der Frist am 30. September müssen Plattformen und Influencer, die in China tätig sind, vorsichtig agieren – oder riskieren schwere Strafen.
Bildquelle: Shutterstock- china
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