Der Ethereum-Kurs setzt seinen Abwärtstrend fort und ist in den vergangenen 24 Stunden um rund 3,2 Prozent gefallen. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine norDer Ethereum-Kurs setzt seinen Abwärtstrend fort und ist in den vergangenen 24 Stunden um rund 3,2 Prozent gefallen. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine nor

3 Faktoren gefährden das Ethereum-Januar-Hoch: Diese Marke ist jetzt entscheidend

Der Ethereum-Kurs setzt seinen Abwärtstrend fort und ist in den vergangenen 24 Stunden um rund 3,2 Prozent gefallen. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine normale Pause in einem größeren Aufwärtstrend. Doch das Chartbild zeigt, dass der Druck im Hintergrund wächst.

Das Risiko ist nicht sofort zu erkennen, wächst aber, wenn man mehrere Signale zusammen betrachtet.

Ethereum bleibt bullisch, doch das Momentum lässt still nach

Ethereum bleibt in einem steigenden Kanal. Die untere Trendlinie hält weiterhin seit Mitte November. Diese Struktur sorgt dafür, dass der aktuelle Trend technisch bullisch bleibt. Allerdings schaffte der Kurs es nicht, am 10. Dezember die obere Begrenzung zu durchbrechen. Auch beim Anstieg in Richtung 3.390 USD am 14. Januar kam es zum Rücksetzer.

Die Warnung kommt vom Verhalten des Momentums, das die erste bärische Kraft ist. Der Relative-Stärke-Index, kurz RSI, ist ein Momentum-Indikator. Er vergleicht aktuelle Gewinne und Verluste, um zu zeigen, ob Kauf- oder Verkaufsdruck stärker wird.

Zwischen dem 10. Dezember und dem 14. Januar hat der Ethereum-Kurs ein tieferes Hoch gebildet, während der RSI ein höheres Hoch gemacht hat. Diese Kombination zeigt versteckten bärischen Druck. Das bedeutet: Obwohl sich das Momentum verbessert hat, hat der Kurs kaum reagiert – meist ein Zeichen für das Ende eines Trends.

Dann hat ETH zwischen dem 6. und dem 14. Januar noch einmal leicht zugelegt. Der RSI hat dabei aber ein tieferes Hoch gebildet. Das ergibt eine klassische bärische Divergenz im Tageschart.

Bearish Signs:Bärische Signale: TradingView

Beide RSI-Signale deuten auf das gleiche hin. Das Momentum lässt in der breiteren Bewegung und auch beim Anstieg im Januar nach. Das bedeutet zwar keinen endgültigen Einbruch, doch es steigt das Risiko, dass das Hoch vom Januar Bestand hat – es sei denn, die Käufer übernehmen schnell wieder die Kontrolle.

Wenn das Momentum weiter schwächer wird, kann Ethereum tiefer in Richtung Unterstützung rutschen. Nun rückt das Verhalten auf der Chain in den Fokus.

Gewinnchancen vorhanden – Spot-Verkäufer bleiben gelassen

On-Chain-Daten zeigen, dass Ethereum-Halter aktuell große, noch nicht realisierte Gewinne haben. Der Net Unrealized Profit/Loss, kurz NUPL, misst, ob Halter im Gewinn oder Verlust sind. Dafür vergleicht man den aktuellen Kurs mit dem durchschnittlichen Kaufpreis der Coins.

Der Gesamt-NUPL von Ethereum – für kurzfristige und langfristige Halter – steht fast auf Monats-Hoch. Auch nach dem jüngsten Rückgang von mehr als sechs Prozent seit dem Hoch im Januar ist NUPL nur von etwa 0,31 auf 0,30 gefallen. Das entspricht einem kleinen Rückgang um drei Prozent im Vergleich zur Kursbewegung.

Profit Booking Incentive RemainsGewinnmitnahmen bleiben attraktiv: Glassnode

Das ist wichtig, weil ein hoher NUPL Halter dazu motiviert, Gewinne zu nehmen – besonders, wenn die technischen Signale schwächer werden. Auf dem Papier ist Ethereum also anfällig für Gewinnmitnahmen. Das ist die zweite Kraft.

Doch dieses Risiko zeigt sich bisher nicht am Spotmarkt.

Die Spent Coins Age Band Daten, die zeigen, wie viele Coins wirklich auf der Chain bewegt werden, deuten sogar auf das Gegenteil hin. Seit dem 14. Januar ist die Aktivität beim Verschieben von Coins von etwa 318.000 ETH auf rund 84.300 ETH (Monats-Tief) eingebrochen. Das ist ein Rückgang von fast 74 Prozent.

Coin Activity Staying LowCoin-Aktivität bleibt niedrig: Santiment

Einfach gesagt, immer weniger Halter bewegen ihre Coins, obwohl der Kurs sinkt. Das zeigt: Es gibt keinen Panikverkauf und keinen Ansturm auf schnelle Gewinne. Spot-Halter wirken geduldig und nehmen das Minus hin, statt es durch Verkäufe zu verstärken.

Wenn am Spotmarkt Ruhe herrscht, woher kommt dann das Abwärtsrisiko?

Derivate bestimmen: 3.050 USD wird zum entscheidenden Level für ETH

Der Druck verschiebt sich, wenn auch der Derivate-Bereich betrachtet wird.

Am Perpetual-Markt ETH-USDT von Binance sind in den kommenden 30 Tagen sehr viele Long-Positionen offen. Das gesamte Long-Leverage liegt etwa bei 3,36 Milliarden USD, während Short-Positionen näher bei 1,93 Milliarden USD liegen. Dadurch gibt es eine starke Long-Tendenz – rund 80 bis 90 Prozent der Positionen setzen nur auf eine Richtung.

Long-Bias Is VisibleLong-Tendenz deutlich sichtbar: Coinglass

Diese Schieflage wird gerade an wichtigen Kursmarken gefährlich.

Liquidation-Maps zeigen, dass die größte Ansammlung von Long-Liquidationen knapp unter 3.050 USD liegt. Darüber ist der Liquidationsdruck relativ gering. Doch darunter wird ein deutlich größerer Teil der 3,3 Milliarden USD an Long-Leverage gefährdet. Das sieht man als die dritte Kraft.

ETH Liquidation MapETH Liquidation Map: Coinglass

Das passt genau zum Chart.

Der Bereich um 3.050 USD ist einer der wichtigsten Unterstützungen für ETH seit Anfang 2026. Ein Tagesschluss darunter würde nicht nur viele Long-Liquidationen auslösen, sondern könnte auch die Struktur gefährden, die ETH seit November trägt. In diesem Fall könnte sich der Abwärtsdruck schnell verstärken. Dann wird 2.760 USD als nächste große Unterstützung wichtig.

Nach oben muss Ethereum 3.390 USD auf Tagesbasis zurückerobern, um die bärischen Signale zu entschärfen. Ein Ausbruch über 3.480 USD würde die Chancen auf eine Erholung verbessern. Für einen echten Trendwechsel ist wohl ein Sprung über 3.650 USD nötig, wodurch auch der Weg in Richtung 4.260 USD später offen wäre.

Ethereum Price AnalysisEthereum-Analyse: TradingView

Im Moment ist die Lage klar. Die Dynamik lässt nach. Es gibt Anreize, Gewinne zu realisieren. Spot-Halter bleiben ruhig. Im Bereich Derivate herrscht viel Betrieb. Ethereum ist noch stabil. Doch wenn 3.050 USD fällt, wird das Risiko real.

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