Die französischen Behörden haben eine vorläufige Untersuchung zu einem Datenleck bei Waltio, einer Kryptowährung-Steuerberichtsplattform, eingeleitet, da Bedenken bestehen, dass persönliche Informationen der Benutzer kompromittiert worden sein könnten.
In einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung gaben die französischen Cybersicherheitsbehörden bekannt, dass die Pariser Staatsanwaltschaft und die Nationale Cyber-Einheit untersuchen, welche Daten gestohlen wurden und welche Waltio-Benutzer möglicherweise betroffen sind. Beamte warnten, dass betroffene Benutzer von Kriminellen angegriffen werden könnten, die sich als Sicherheitsexperten ausgeben, um ihre digitalen Vermögenswerte zu stehlen.
Die Warnung folgt auf einen Bericht der französischen Zeitung Le Parisien, wonach eine Hackergruppe namens Shiny Hunters die Verantwortung für den Angriff übernommen und eine Lösegeldforderung an Waltio gestellt hat. Die Hacker sollen auf persönliche Daten von rund 50.000 Benutzern zugegriffen haben, von denen die meisten in Frankreich ansässig sind.
Die Behörden warnten, dass durchgesickerte Informationen wie Namen, Adressen und Details zu Krypto-Beständen die Benutzer einem ernsthaften Risiko aussetzen könnten. Kriminelle haben zunehmend Krypto-Inhaber ins Visier genommen, nachdem sie persönliche Daten erhalten haben, wobei sie manchmal die Opfer direkt kontaktieren oder Familienmitglieder ansprechen, um sie unter Druck zu setzen, digitale Vermögenswerte zu übertragen.
Diese Art von Verbrechen wird oft als "Wrench Attack" bezeichnet, bei der Angreifer Drohungen oder physische Nötigung einsetzen, um Opfer zu zwingen, ihre Kryptowährung herauszugeben. Die französischen Behörden sagten, solche Vorfälle seien bereits im Land aufgetreten und warnten, dass ähnliche Risiken für betroffene Waltio-Benutzer und ihre Angehörigen bestehen.
Die Untersuchung erfolgt, während Frankreich die Aufsicht über den Krypto-Sektor während des Übergangs der Europäischen Union zum Rahmenwerk der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) verschärft. Unter MiCA müssen Kryptowährung-Unternehmen, die in der EU tätig sind, neue Lizenzierungs- und Transparenzanforderungen erfüllen.
Französische Finanzaufsichtsbehörden haben Berichten zufolge Kryptowährung-Unternehmen, die nicht mit den MiCA-Regeln konform sind, gewarnt, entweder eine Genehmigung zu beantragen oder ihre Geschäfte im Land einzustellen. Die Übergangsfrist für die Einhaltung endet am 30.06.


