Künstliche Intelligenz (KI) gilt als größter Produktivitätsschub seit Jahrzehnten. Unternehmen automatisieren Prozesse, senken Kosten und steigern ihre Margen. Doch eine Analyse von Citrini Research wirft eine unbequeme Frage auf: Was passiert, wenn genau dieser Effizienzgewinn langfristig die Nachfrage zerstört?
Der Beitrag sorgt derzeit für Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Der deutsche Unternehmer und Krypto-Investor Furkan Yildirim schrieb auf X: „Wir stehen nicht vor einer normalen Disruption.“ Sein Thread erreichte innerhalb von 24 Stunden Millionen Aufrufe. Doch was steckt hinter der These?
Citrini Research beschreibt ein Szenario, das als „Ghost GDP“ bezeichnet wird. Die Idee: Auf dem Papier wächst die Wirtschaft weiter. Produktivität steigt, Unternehmensgewinne klettern, Börsenkurse ziehen an. Gleichzeitig sinken jedoch Löhne und reale Kaufkraft.
Der Hintergrund ist einfach erklärt. Die US-Wirtschaft basiert zu rund 70 Prozent auf Konsum. Menschen arbeiten, verdienen Geld und geben es wieder aus. Dieser Kreislauf treibt das Wachstum.
Mit dem Einsatz von KI verschiebt sich dieses Modell. Maschinen übernehmen zunehmend Aufgaben, vor allem im Bereich sogenannter White-Collar-Jobs – also Büro- und Wissensarbeit. Unternehmen sparen Personalkosten, investieren weiter in Automatisierung und steigern ihre Effizienz. Doch wenn Einkommen wegfallen, sinkt langfristig die Konsumnachfrage.
Citrini beschreibt einen möglichen Feedback-Loop: KI wird leistungsfähiger, Unternehmen entlassen Mitarbeiter, Margen steigen, weitere Investitionen in Automatisierung folgen. Gleichzeitig nimmt die Kaufkraft und damit der Konsum ab. Sinkende Nachfrage erhöht wiederum den Druck auf Unternehmen, noch effizienter zu werden.
Das Szenario gipfelt in der Prognose eines möglichen strukturellen Crashs um das Jahr 2028. Wichtig ist jedoch: Die Analyse versteht sich als Gedankenexperiment, nicht als festes Basisszenario mit konkreter Eintrittswahrscheinlichkeit.
Historisch verlief technologische Disruption oft langsamer als befürchtet. Zudem entstehen durch Innovationen neue Berufsfelder. Auch politische Maßnahmen – etwa Umschulungsprogramme oder regulatorische Eingriffe – könnten dämpfend wirken.
Für Anleger wirft die Debatte mehrere Fragen auf. Sollte es tatsächlich zu einer Entkopplung von Wertschöpfung und menschlichem Einkommen kommen, könnte das Vertrauen in das bestehende Wirtschaftssystem unter Druck geraten.
In solchen Phasen rückt Bitcoin (BTC) häufig als alternatives Wertaufbewahrungsmittel in den Fokus.
Gleichzeitig gilt: Eine echte Nachfrageschwäche würde auch Risiko-Assets belasten – dazu zählen neben Tech-Aktien auch Kryptowährungen.
Ob „Ghost GDP“ Realität wird oder ein überzeichnetes Szenario bleibt, ist offen. Klar ist jedoch: Die Diskussion um KI dreht sich längst nicht mehr nur um Produktivität und Gewinne – sondern um die Stabilität unseres gesamten Wirtschaftsmodells.
Het bericht KI-Boom und „Ghost GDP“: Droht 2028 ein Crash? verscheen eerst op Crypto Insiders.

