NVIDIA-Aktie hat gerade ein Rekord-Quartal abgeliefert: 68,1 Milliarden USD Umsatz, 73 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr und ein Gewinn je Aktie von 1,6NVIDIA-Aktie hat gerade ein Rekord-Quartal abgeliefert: 68,1 Milliarden USD Umsatz, 73 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr und ein Gewinn je Aktie von 1,6

JPMorgan setzt mutiges Nvidia-Kursziel – doch der Markt bleibt skeptisch

2026/02/27 15:30
7 Min. Lesezeit

NVIDIA-Aktie hat gerade ein Rekord-Quartal abgeliefert: 68,1 Milliarden USD Umsatz, 73 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr und ein Gewinn je Aktie von 1,62 USD – deutlich besser als erwartet. Unter anderem hat JPMorgan sein Kursziel sofort von 250 auf 265 USD angehoben.

Trotzdem fiel die Aktie am 26. Februar fast 7% – von ihrem Tageshoch bei 197 USD bis unter 185 USD. Die Ergebnisse sind eindeutig. Doch der Kurs, der Geldfluss und das Verhalten der großen Investoren zeigen ein ganz anderes Bild. Jedenfalls im Moment.

Die Zahlen wirken sicher – ein genauer Blick überrascht

Die Q4-Zahlen von NVIDIA sprechen für sich. Der Umsatz stieg auf 68,1 Milliarden USD, das sind 73 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bereich für Rechenzentren allein brachte 62,3 Milliarden USD ein und machte damit 91 Prozent vom Gesamtumsatz aus. Der Gewinn je Aktie (EPS) lag bei 1,62 USD und war damit fast sechs Prozent höher als der Konsens von 1,53 USD.

Außerdem übertraf die Prognose für das erste Quartal im Geschäftsjahr mit 78 Milliarden USD deutlich die Schätzung der Wall Street von 72,8 Milliarden USD – hier ist kein Umsatz aus China eingerechnet.

Der Analyst Harlan Sur von JPMorgan hat deshalb das Kursziel für NVIDIA von 250 auf 265 USD angehoben.

Erste Einschätzung zur NVIDIA-AktieErste Einschätzung zur NVIDIA-Aktie: TipRanks

Allerdings sprechen die meisten Analysten einen wichtigen Punkt nicht an. Das Wachstum von NVIDIA von Quartal zu Quartal wird langsam weniger. Im Q3 stieg der Umsatz um 22 Prozent im Vergleich zu Q2. Im Q4 stieg er um 19,5 Prozent gegenüber Q3.

Die Vorhersage für Q1 bedeutet ungefähr 14,5 Prozent Wachstum zum vorherigen Quartal. Zwar werden ständig neue Rekorde beim Umsatz aufgestellt, doch das Wachstum verlangsamt sich. Für eine Aktie, bei der es auf Wachstum ankommt, ist das wichtig. Das könnte vor allem für große Investoren interessant sein.

Außerdem kommt die Frage auf, wer dieses Wachstum eigentlich finanziert. Gene Munster von Deepwater Asset Management schätzt, dass ungefähr 70 Prozent des Umsatzes von NVIDIA auf nur acht Unternehmen zurückgeht.

Finanzchefin Colette Kress sagte, dass die fünf größten Cloud-Anbieter leicht über 50 Prozent vom Umsatz im Bereich Rechenzentren ausmachen. Diese starke Abhängigkeit bedeutet: Schon ein Rückgang der Ausgaben für KI (AI Capex) um 10 bis 15 Prozent von nur wenigen großen Kunden könnte Milliarden an Quartalsumsatz kosten.

Außerdem ist es erwähnenswert, dass JPMorgan selbst zu den größeren institutionellen Investoren von NVIDIA gehört.

JPMorgan hält AnteileJPMorgan hält Anteile: Fintel

Das ist an der Wall Street üblich, aber private Anleger sollten diesen Zusammenhang kennen, wenn sie die bullische Stimmung hinter einer Kursziel-Anhebung bewerten.

Was private NVIDIA-Anleger sehen – und was Institutionen wirklich machen

On-Balance Volume (OBV) ist ein Indikator, der mit Volumen-Zahlen misst, wie stark gekauft oder verkauft wird. Dabei wird das Volumen an Tagen mit Kursgewinn addiert und an Tagen mit Kursverlust abgezogen. Oberflächlich betrachtet zeigt der OBV ein positives Bild.

Der OBV hat während der dreimonatigen Seitwärtsphase von NVIDIA immer höhere Hochs erreicht. Das zeigt, dass vor allem Kleinanleger weiterhin kaufen. Allerdings müsste der OBV noch über seinen aufsteigenden Widerstand klettern, um echte, breite Stärke zu bestätigen.

NVIDIA OBVNVIDIA OBV: TradingView

Die aktuellen 13F-Berichte (vierteljährliche Pflichtmeldungen großer Investoren an die US-Börsenaufsicht) für Q4 2025 zeigen einen starken Wandel bei den großen Anlegern.

Unter dem Strich kauften große Investoren für etwa 149 Milliarden USD NVIDIA-Aktien und haben für 36 Milliarden USD verkauft – also ein Zufluss von ungefähr 113 Milliarden USD. Im Vergleich: Im Q3 lag der Kauf bei 38 Milliarden USD und der Verkauf bei 34 Milliarden USD, also nur ein Netto-Zufluss von 4 Milliarden USD.

NVIDIA Q4 institutionelle GeldflüsseNVIDIA Q4 institutionelle Geldflüsse: Market Beat

Trotz der vielen Investitionen von Institutionen in NVDA im vierten Quartal ist der Kurs der Aktie kaum gestiegen – er bewegte sich die meiste Zeit seitwärts. Das zeigt, dass Institutionen zwar gekauft haben, aber das Angebot von Insidern und früheren Besitzern die Nachfrage ausgeglichen hat. NVIDIA-Direktor Mark Stevens verkaufte im Dezember Aktien im Wert von etwa 40 Mio. USD.

Die Bank of America hat ihren Aktienanteil leicht erhöht, aber sowohl ihre Call- als auch die Put-Optionen komplett geschlossen – damit sind die Wetten auf die Kursrichtung neutral.

Institutionen sind also klar positioniert. Die Absicherungen und der flache Kurs trotz der großen Zuflüsse zeigen jedoch, dass sie sich auf etwas vorbereiten. Was das sein könnte, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Die versteckte Gefahr in den Charts

Der Chaikin Money Flow (CMF) ist ein Indikator, der misst, ob Geld in eine Aktie hinein- oder herausfließt. Er schaut, wo der Kurs im Tagesverlauf schließt und gewichtet das mit dem Handelsvolumen. Dadurch zeigt CMF Dinge, die die Gewinnmeldung nicht verrät.

Seit dem 5. Februar, als bei Nvidia die rechte Schulter des inversen Kopf-Schulter-Musters entstand, ist der CMF zusammen mit dem Kurs stetig gestiegen. Er kletterte bis zum Ausbruch nach den Quartalszahlen am 25. Februar, als Nvidia kurz 197 USD erreichte.

Doch am 26. Februar drehte die Aktie scharf auf 185 USD und der CMF fiel stark.

Dieser plötzliche Einbruch zeigt: Das eingeströmte Geld in der Rallye war vor allem spekulativ. Institutionelle Anleger waren nicht langfristig engagiert. Das Kapital war sofort weg, als der Ausbruch scheiterte. Wie oben schon besprochen, könnte das an den sinkenden Einnahmen liegen.

Der monatliche VWAP (das ist der volumengewichtete Durchschnittskurs und zeigt etwa, wo Institutionen eingestiegen sind) zeigt das nochmal. Seit dem Ausbruch am 17. Februar lag NVIDIA über dem monatlichen VWAP.

Zuletzt fiel Nvidia am 30. Januar unter den monatlichen VWAP. Das führte Anfang Februar zu einer Korrektur von etwa 8,5 Prozent.

Wichtige institutionelle GrafikWichtige institutionelle Grafik: TradingView

Seit dem 26. Februar liegt der Kurs wieder unter dieser Linie. Das bedeutet, dass neue institutionelle Käufer jetzt im Minus sind. Meist führt das zu weiterem Verkauf, da Stop-Losses ausgelöst werden.

Der technische Bruch hat einen Hintergrund. Michael Burry hat heute darauf hingewiesen, dass Nvidias Lieferverpflichtungen stark angestiegen sind – sie ähneln nun denen von Cisco vor dem Platzen der Dotcom-Blase. Damals musste Cisco Milliarden abschreiben, weil die Nachfrage nicht so groß war wie erwartet.

Finanzchefin Kress hat bestätigt, dass Nvidia sein Lager weiter in die Zukunft hinein sichert als gewöhnlich. Bulls wie Vivek Arya von der Bank of America sagen, das stärke Nvidias Marktstellung. Dass aber gleichzeitig CMF einbricht und VWAP unterschritten wird, zeigt: Der Markt will nicht abwarten, wer recht hat.

Diese NVIDIA-Kursmarken bestimmen die nächste Entwicklung

Die Charts, der Geldfluss und die Einrichtung der Institutionen zeigen dasselbe – bei 195 USD wird sich zeigen, wie viel Überzeugung noch da ist. Diese Marke wird auf dem Chart später hervorgehoben. Zuerst geht es aber um das Risiko.

Im Tageschart entstand zwischen dem zehnten November und dem 25. Februar eine versteckte bärische Divergenz. In dieser Zeit bildete NVIDIAs Aktienkurs ein tieferes Hoch, während der Relative Strength Index (RSI), ein Momentum-Indikator, ein höheres Hoch schaffte.

Bärische DivergenzBärische Divergenz: TradingView

Das ist ein Signal, dass die Aufwärtsdynamik leise nachlässt, obwohl die Aktie den Bereich noch hält.

Seit sich diese Divergenz im November entwickelt hat, schwankt Nvidia zwischen 169 und 199 USD. Die Aktie konnte aus dieser Seitwärtsbewegung nicht ausbrechen – auch der Ausbruch aus dem inversen Kopf-Schulter-Muster am 25. Februar scheiterte nach weniger als 24 Stunden.

NVDA KursanalyseNVDA Kursanalyse: TradingView

Die Fibonacci-Extensions aus dem Muster zeigen, was als Nächstes möglich ist. Nach unten bietet die Marke 183 USD bei 0,5 sofort Unterstützung. Darunter wird 180 USD auf dem 0,382-Level kritisch – fällt dieser Bereich, rücken 170 USD (Tief der rechten Schulter) und 169 USD (Kopf) ins Visier. Dann wäre das Muster komplett ungültig.

Nach oben bleibt die Nackenlinie bei 195 USD der wichtigste Widerstand und damit der Prüfstein. Ein klarer Schlusskurs darüber, was gestern nicht gelang, würde das Muster wieder aktivieren.

Dann könnte der Kurs bis zum Ziel bei 226 USD steigen – das ist das gesamte Maß vom Kopf bis zur Nackenlinie.

Die nächste Extension bei 235 USD bringt die Aktie näher an das JPMorgan-Ziel von 265 USD. Der Weg ist rechnerisch vorhanden.

Aber wie man am Geldfluss, an der versteckten bärischen Divergenz und an der heutigen Ablehnung von sieben Prozent sieht, glaubt der Markt noch nicht daran.

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