Chase Guo, ein früherer Manager für Geschäftsentwicklung bei Binance, hat eine mutige Vorhersage gemacht: Bitcoin wird im Jahr 2026 ein neues Allzeithoch erreichen – allerdings nicht aus den Gründen, die die meisten Marktteilnehmer erwarten.
In einem aktuellen Interview sagte der ehemalige Binance-Mitarbeiter, dass der nächste große Ausbruch von Bitcoin nicht hauptsächlich durch den Halving-Zyklus, die Euphorie von Privatanlegern oder makroökonomische Entwicklungen ausgelöst wird.
Stattdessen glaubt er, dass der Auslöser aus der Liquiditätsverteilung und den inneren Strukturen im Krypto-Markt selbst kommt.
Laut dem früheren Manager bestimmen drei Hauptfaktoren die Preisentwicklung von Krypto-Werten:
Seiner Meinung nach beeinflussen diese Punkte den Kurs im kurzen bis mittleren Zeitrahmen – das bedeutet von sieben Tagen bis zu drei Monaten.
In diesem Modell spielen langfristige Grundlagen oft eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger sind vielmehr Kapitalflüsse, Dynamik in den sozialen Medien und wie die Token unter den Besitzern verteilt sind. Diese bestimmen die Schwankungen und die Richtung des Trends.
Auch wenn Bitcoin oft als langfristiger Wertespeicher gesehen wird, betont der ehemalige Binance-Insider, dass sogar der Coin stark von kurzfristigen Liquiditätsströmen und gehebelten Positionen beeinflusst wird.
Ein wichtiger Teil seiner Vorhersage für 2026 ist, wie große Marktteilnehmer mit der Meinung der Masse umgehen. Wenn sich viele Trader auf eine bullische oder bärische Geschichte einigen, sammelt sich die Liquidität oft an klaren Kursmarken.
Der ehemalige Geschäftsentwickler meint, dass hier professionelle Marktteilnehmer gezielt Schwankungen erschaffen können.
Aus seiner Sicht könnte das nächste Bitcoin-Allzeithoch aus einer solchen Liquiditätskrise entstehen – nämlich dann, wenn Positionen, Derivate und Kapitalbewegungen zusammen dafür sorgen, dass der Kurs über die alten Höchststände hinaussteigt.
Die Marktkapitalisierung von Bitcoin liegt aktuell noch weit unter der von Gold. Somit ist noch Wachstum möglich, falls die weltweiten Liquiditätsbedingungen passen.
Sogar geringe Umschichtungen von institutionellem oder staatlichem Kapital könnten bei dem begrenzten Angebot von BTC den Kurs deutlich beeinflussen, meint Guo.
Allerdings warnt der Experte: Der Weg zu neuen Höchstständen wird wahrscheinlich wild und schwer durchschaubar. Anstatt eines ruhigen Anstiegs, der einer Geschichte folgt, erwartet er heftige Schwankungen, die vor dem eigentlichen Ausbruch viele zu stark gehebelte Trader aussortieren sollen.
Im Unterschied zu früheren Phasen, die von Privatleuten, Memecoins oder Halving-Fantasien angetrieben waren, könnte die Aufwärtsbewegung 2026 aus tiefer liegenden Liquiditätsstrukturen in einer reiferen Krypto-Marktstruktur entstehen.
Falls Guos Theorie stimmt, wird das nächste Allzeithoch nicht einfach eine Geschichte vom Glauben an digitales Gold. Vielmehr zeigt es, wie Liquiditätssteuerung und gemeinschaftliche Positionierungen die heutigen Krypto-Märkte formen.
Chases Aussagen bekommen noch mehr Gewicht vor dem Hintergrund behördlicher Ermittlungen und häufiger öffentlicher Vorwürfe.
Seine Beschreibung eines Marktes, der von Liquiditätsspielchen und kurzfristigen Reizen geprägt ist, entspricht zudem stark den Behauptungen der US SEC im Jahr 2023 gegen Binance und Gründer Changpeng Zhao.
In der Klage wurden unter anderem Wash Trading, künstlich aufgeblähte Handelsvolumina und eigene Marktaktivitäten angeführt, um das Kursbild zu beeinflussen.
Laut Chase ist diese Form der Manipulation im Markt offen und fast schon normal geworden. Dadurch wirken seine Aussagen weniger wie Einzelfälle, sondern eher wie eine Bestätigung von Insiderseite für grundlegende Schwächen.
Die Vorwürfe rund um den „10/10“-Crash am 10. Oktober 2025 verstärkten die Kritik an Binance. Viele sagen, dass die Struktur der Börse die Kettenreaktion der Liquidationen verstärkt hat.
Während des schnellen Ausverkaufs, der Bitcoin und viele große Coins innerhalb weniger Minuten traf, berichteten Nutzer von verzögerten Aufträgen, abgeschalteten Funktionen und untypischen Kurssprüngen. Dadurch wurden viele Liquidationen auf ungewöhnlich hohen Niveaus ausgelöst – ähnlich wie bei den früheren Vorwürfen über absichtlich geschaffene Volatilität.
Die Binance-Führung, unter anderem Richard Teng und Gründer Changpeng Zhao, machten äußere Schocks und hohe Marktverschuldung verantwortlich und stritten jede Manipulation ab.
Dennoch hat dieser Vorfall gezeigt, dass frühere Bedenken – wie bereits von der US SEC benannt – gerechtfertigt sein könnten: Undurchsichtige Marktpraktiken und konzentrierte Liquidität können das Systemrisiko in Stressphasen weiter erhöhen.
Der Beitrag Ex-Binance-Insider enthüllt überraschende Bedingung für neues Bitcoin-Allzeithoch in 2026 erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


